StreetKids | Entstehungsgeschichte

(oder: wenn es an wirklich jugendlichen Liebhabern mangelt…)

Unser Verein war noch recht jung; noch nicht einmal sechs Jahre, als wir erstmals über die Gründung einer Kinder- und Jugendabteilung nachdachten. Der Grund hierfür lag aber klar auf der Hand: Selbst die jüngsten unter uns näherten sich ihrem 30. Geburtstag oder waren gerade… oder auch schon länger… darüber hinaus.

Wer sollte da noch glaubwürdig ein jugendliches Liebespaar verkörpern?

Und da Nachwuchsschauspieler ja bekanntlich nicht auf Bäumen wachsen, mussten wir etwas tun. Reiner Joh ergriff die Initiative und trommelte eine stolze Truppe Theaterinteressierter Kinder zusammen. Das erste Treffen fand am 24. April 1992 in der Aula der Grund- und Hauptschule Rothenbergen statt. Aufgrund der großen Anzahl Jungschauspieler war es nicht einfach ein passendes Stück zu finden! Reiners Wahl fiel letztendlich auf einen Klassiker: “Till Eulenspiegel“.

Nach monatelangen, nervenaufreibenden aber auch kolossal lustigen Proben feierte man Premiere am Sonntag, den 13. Dezember 1992. Die Kinder entführten uns in die Welt Till Eulenspiegels anlässlich der gemeinsamen Kinderweihnachtsfeier der Freiwilligen Feuerwehr und des Gesangsvereines Rothenbergen im Dorfgemeinschaftshaus.

Dies waren die “Stars der ersten Stunde”:
Christoph Behrendt, Daniela Dickel, Meike Dietz, Philipp Dietz, Kathrin Franz, Axel Gerhardt, Sebastian Iffland, Michaela Kolf, Xhavit Maloku, Thorsten Rech, Verena Roth, Janina Sell, Denise Stehlig, Susanne und Ursula Tilp.

Die ersten Gehversuche waren gemacht. Für weitere Planungen bat Reiner um Unterstützung und so stand ihm im darauf folgenden Jahr Mirja Endlicher zur Seite. Zur Aufführung kam das Märchenstück “Kein Apfel für Schneewitchen” im Dezember 1993 – allerdings gleich zweimal. Außer der Feuerwehr und dem Gesangsverein bat auch der FC Germania Rothenbergen um Unterstützung bei der Vereines-Weihnachtsfeier. Neu bei den Schauspielern war Kristina Bechtel.

Nachdem beide Vorstellungen sehr erfolgreich waren, entschloss man sich erstmals zu einer öffentlichen Vorstellung. Diese fand im Februar 1994 im Bürgerhaus Lieblos statt. Die Verantwortlichen waren sich einig. Die Kinder machten ihre Sache toll – es war an der Zeit, ihnen Dank zu sagen in Form eines Ausfluges. So startete im August 1994 ein Bus voller gut gelaunter Jungschauspieler zum Holiday-Park nach Hassloch.

Im Dezember 1994 folgte das Märchenstück “Es war einmal“. Leider konnte Mirja nicht mehr mithelfen, so dass Reiner diesmal wieder allein für die Kindergruppe verantwortlich war. Engagiert wurde die talentierte Gruppe diesmal vom Ski-Club Breitenborn, sowie abermals von der Feuerwehr, Gesangsverein und Fußballclub Germania. Im Januar 1995 folgte wiederum eine öffentliche Vorstellung im Bürgerhaus Lieblos. Auch diesmal hatten ein paar “Neue” den Weg zum Theaterverein gefunden: Philip Erk, Natascha Leo, Rebecca Vieweg.

Im Dezember 1995 kam das Stück “Die computergesteuerte Regenmaschine” zur Aufführung. Neue Unterstützung fanden sich für Reiner: Uschi Bauer und Sabine Sykala waren zur Mitarbeit bereit. Neu bei den Darstellern war diesmal Carina Hoffmann. Neben den Vorstellungen bei Feuerwehr, Gesangsverein und Fußballclub gab es auch diesmal eine öffentliche Vorstellung im Feburar 1996. Und wieder stand ein Ausflug an: Am 01. Juni 1996 fuhren wir ins Phantasialand nach Brühl.

Inzwischen sah Reiner “seine” Theaterkinder in guten Händen und zog sich deshalb, nach vier sehr erfolgreichen Jahren, von denen der Kinder- und Jugendtheatergruppe zurück. Sabine und Uschi waren würdige Nachfolger und so kam es im November 1996 zur Aufführung des Stücks “Hexenfieber“. Leider konnte auch Uschi nicht mehr weiter mit arbeiten, so dass es in der Leitung der Gruppe erneut Veränderungen gab. Zu Sabine gesellten sich Marina Sell und ich, Anke Joh.

In diesem Jahr gab es einige Veränderungen. Die Kinder meuterten bei dem Gedanken, wieder ein Märchenstück oder “so was kindisches” zu spielen. Wir konnten das verstehen, zumal einige inzwischen Teenager und Jugendliche geworden waren. Wir wählten das Stück “Street-Kids” aus. Es ging um Bandenkrieg, Ausländerhass, Gewalt. Die heile Welt auf unserer Bühne wurde nun in die Mottenkiste verpackt und die jungen Darsteller erprobten sich auf völlig neuem Terrain. Natürlich waren damit auch die Kinderweihnachtsfeiern der Ortsvereine für uns passé, denn die Zielgruppe für das Stück “Street-Kids” war ebenfalls den Kinderschuhen entwachsen.

Im November 1997 kam es zu öffentlichen Aufführung im Dorfgemeinschaftshaus Rothenbergen. Neu dabei waren diesmal: Simone Grüttner, Vivian Lendla, Jessica Stolzenbergen, Daniela Usinger. Es wurde ein toller Erfolg. Der voll besetzte Saal bestätigte unsere Jugendlichen in ihrer Idee, “mal was anderes” zu probieren, und bestätigte uns in unserem Mut, uns darauf eingelassen zu haben. Erstmals gab es an einem Montagmorgen auch “Schulaufführungen”.

Auf Anfrage unserer Theater-Vorsitzenden und Schuldirektorin Elke Dreßbach spielten wir an einem Montagmorgen im Dezember 1997 noch zweimal unser Stück für Schüler der Rothenberger und der Liebloser Schulen, die mit mehreren Klassen das Bürgerhaus füllten. Nach diesem “Highlight” folgte bald die Namensgebung unserer Gruppe. Ab sofort hießen wir kurz und bündig “Street-Kids“.

Damit war auch der “Spielrhythmus” für die Zukunft festgelegt: Von nun an boten wir jedes Stück in 1-2 öffentlichen Vorstellungen im Dorfgemeinschaftshaus Rothenbergen an. Auch die Morgenaufführungen für Rothenberger und Liebloser Schüler wurden zur festen Einrichtung.

Ein erneuter Ausflug führte uns im Juni 1998 in den Europa-Park nach Rust.

Ein tolles Stück war im November 1998Hilfe, die Herdmann’s kommen“. Ein mitreißendes Bühnenstück, geschrieben nach einem bekannten Kinderbuch, ließ sowohl bei den Verantwortlichen als auch bei unserem Publikum kein Auge trocken. Neu dabei: Ina Fischer, Michael Joh, Robin Lendla, Philipp Schäfer, Monika Schubert, Thorsten Sell, Sebastian Sykala, Michele Wacke.

Es folgte im November 1999König Klaus sucht eine Frau“. Neu unter den Mitwirkenden waren Mareike Joh, Timo Kessler, Paul Kistner und Annika Stolzenberger.

Im Juni 2000 führte unser Weg wieder zum Europa-Park nach Rust.

Eine kleine Abwechslung in unserem inzwischen eingespielten Rhyhmus war die Mitwirkung beim “Gründauer Kultursommer 2000“. Im August spielten wir dort den Sketch “Würmer, nichts als Würmer“, allerdings mit kleiner Besetzung: Michael Joh, Paul Kistner, Vivian Lendla, Thorsten Sell, Sebastian Sykala und Michele Wacke.

Im Dezember des gleichen Jahres spielten wir einen Schulkrimi “Tote schmieren keine Brote”. Ein Jahr später folgte “Der Coup im Warenhaus”. Diesmal war Eike Sykala als Theater-Neuling dabei!

Im Jahr 2002 feierten wir 10jähriges Bestehen. Bei einer zünftigen Grillparty auf dem Gelände ser Vereins-Lagerhalle ließen wir so manche Erinnerung aus den letzten 10 Jahren Revue passieren. Und wieder packte uns die Reiselust: Im August 2002 fuhren wir erneut ins Phantasialand nach Brühl.

Eine Besondere Aufführung folgte im November 2002. Besonders deshalb, weil die Autorin unseres Stückes “Bille und die Weihnachtsfee” uns allen persönlich bekannt war. Unsere liebe Elke Dreßbach hatte dieses entzückende Kinder-Theaterstück eigens für uns geschrieben. Neu unter uns waren bei dieser erfolgreichen Aufführung Niklas Blum, Daniela Kratz, Constanze Schäfer und Melissa Stephan.

Und wieder einmal war es an der Zeit “etwas anderes” auszuprobieren. So zeigten wir im November 2003 das von Ausländerfeindlichkeit geprägte Stück: “Murat und Frank“. Neu in unseren Reihen war diesmal Jacqueline Brasch. Im Mai 2004 führte unser Weg wieder mal nach Rust in den Europapark – es war immer wieder toll dort.

Im November 2004 folgte das unterhaltsame Familienstück “Kellergäste” und im letzten Jahr zeigten wir das Stück “Der kleine Teufel Erika“. Auch diesmal gab es neue Gesichter: Frederik Jackson, Markus Kratz und Kaj Mayer waren von nun an mit dabei.

Natürlich haben uns über die Jahre immer wieder Kinder verlassen, aber durch die vielen Neuzugänge war stets “Leben in der Bude”. Es war und ist immer wieder interessant zu sehen, wie die “Street-Kids” sich erproben und weiterentwickeln. Aus anfänglich schüchternen Text-Aufsagern sind inzwischen schon einige ausdrucksstarke Darsteller geworden. Viele von ihnen sind uns die ganzen Jahre treu geblieben und haben auch schon beim Erwachsenen-Theater mitgespielt. Einige von ihnen gehören derzeit zum festen Kader: Den Namen Michaela Mahlstede, Carina Zinkhan, Axel Gerhardt, Philipp Dietz und Michael Joh braucht man für treue Theaterbesucher nichts hinzuzufügen.

Wir drei “Chefinnen” der Street-Kids arbeiten also bereits im 9. Jahr erfolgreich zusammen. Nicht vergessen möchten wir allerdings DANKE zu sagen an Reiner Joh, durch dessen erfolgreiche Aufbauarbeit wir damals eine ausbaufähige Gruppe übernehmen konnten.

Anke Joh für die Jubiläumszeitung zum 20-jährigen Bestehen des TER

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